Ratgeber

Braucht mein Betrieb wirklich eine neue Website?

Als Marketingberater müsste ich jetzt sagen: „Klar, jeder braucht eine neue Website.“ Sage ich aber nicht. Manchmal reicht ein Update, manchmal ist die alte Seite gut genug — und manchmal ist eine neue tatsächlich das Sinnvollste, was Sie tun können. Hier ist ein ehrlicher Selbst-Check.

Wann ein Update reicht

Wenn Ihre Website grundsätzlich funktioniert, aber ein paar Ecken hat — veraltete Infos, keine gute Handy-Ansicht, ein unklarer erster Eindruck —, dann braucht es oft keine komplett neue Seite. Häufig genügt es, Inhalte zu aktualisieren, die Startseite klarer zu machen und die Technik aufzuräumen.

Was das für Sie bedeutet: Der Unterschied zwischen Update und Neubau ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Kostenfrage in beide Richtungen. Ein Neubau für ein Problem, das ein Nachmittag Textarbeit löst, ist verschenktes Geld. Umgekehrt ist jahrelanges Flicken an einer Seite, die im Kern nicht mehr trägt, das teurere von beidem — nur in kleineren Raten, die niemandem auffallen.

Wann eine neue Website sinnvoll ist

  • Die Seite sieht auf dem Handy schlecht aus oder lädt langsam.
  • Man versteht auf den ersten Blick nicht, was Sie tun und für wen.
  • Sie zögern fast ein bisschen, den Link herzugeben.
  • Die Seite bringt keine Anfragen, obwohl Leute draufkommen.
  • Technik oder Design sind so alt, dass Änderungen kaum noch möglich sind.

Trifft mehreres zu, ist eine neue Website meist die bessere Investition als ständiges Flicken.

Was das für Sie bedeutet: Der dritte Punkt ist der aussagekräftigste, und er taucht in keinem Angebot auf. Wenn Sie zögern, den Link herzugeben, hat Ihre Seite schon bei jemandem verloren, der Sie kennt und mag — bei jemandem, der Sie nicht kennt, fällt dieselbe Entscheidung härter aus. Der vierte Punkt hat übrigens häufig eine andere Ursache als die Seite selbst; dazu steht mehr in Die Website ist neu — und es kommt trotzdem nichts.

Was eine gute Betriebs-Website leisten muss

Sie muss nicht gewinnen, sondern arbeiten: auf den ersten Blick zeigen, was Sie anbieten und für wen, Vertrauen aufbauen und es leicht machen, Kontakt aufzunehmen. Alles andere ist Beiwerk.

Was das für Sie bedeutet: An diesen drei Aufgaben können Sie jedes Angebot messen, das Ihnen jemand macht. Fragen Sie nach, welche davon die vorgeschlagene Seite besser erfüllen soll als die jetzige, und woran man das hinterher erkennt. Wer darauf mit Gestaltung, Technik oder Funktionen antwortet, hat die Frage nicht beantwortet — dann zahlen Sie für ein Aussehen statt für ein Ergebnis.

Ehrlich statt teuer

Ich schaue mir Ihre Situation an und sage Ihnen offen, was sich lohnt — auch wenn das heißt: „Ihre Seite ist okay, sparen Sie sich das Geld erstmal.“ Denn eine Website ist eine Investition, und die soll sich rechnen.

Was das für Sie bedeutet: Holen Sie sich eine Einschätzung von jemandem, der auch Nein sagen kann, bevor Sie Angebote einholen. Wer Websites baut, wird Ihnen eine Website empfehlen — nicht aus Unehrlichkeit, sondern weil das sein Werkzeug ist. An dieser Stelle brauchen Sie jemanden, dessen Antwort auch „gar nichts“ lauten darf.

Sie wollen das nicht selbst einschätzen müssen?

Ob Ihre Seite wirklich das Problem ist oder es woanders hakt, beantwortet der Marketing-Kompass: eine schriftliche Außensicht auf Ihren Auftritt, 18 Seiten, 299 Euro. Darin steht auch, was Sie sich sparen können — manchmal ist das genau die neue Website.

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