Ratgeber

Die Website ist neu — und es kommt trotzdem nichts

Der Anruf kommt meistens drei bis sechs Monate nach dem Relaunch. Die Seite sieht gut aus, sie hat Geld gekostet, alle waren zufrieden — und es passiert nichts.

Die Frage lautet dann fast immer: Was ist an der Seite falsch? Das ist die zweite Frage. Die erste ist eine andere, und sie zu überspringen kostet die meisten Betriebe ein weiteres halbes Jahr.

Zuerst: Kommt überhaupt jemand?

Hinter „es kommt nichts“ stecken zwei völlig verschiedene Probleme. Entweder findet niemand Ihre Seite. Oder es kommen Leute und fragen nicht an.

Die Maßnahmen dagegen sind entgegengesetzt. Im ersten Fall müssen Sie gefunden werden, im zweiten müssen Sie überzeugen. Wer das verwechselt, schreibt Texte um, die niemand liest — oder holt Leute auf eine Seite, die sie ohnehin nicht überzeugt.

Herausfinden lässt sich das in einer knappen Stunde. Richten Sie die Google Search Console für Ihre Adresse ein; sie ist kostenlos und zeigt Ihnen, mit welchen Suchbegriffen Leute Sie sehen und wie oft sie klicken. Ohne dieses Werkzeug geht es auch: Suchen Sie auf einem fremden Handy nach Ihren wichtigsten Leistungen samt Ort — „Heizung Notdienst Trebbin“, nicht Ihren Firmennamen — und sehen Sie nach, auf welcher Seite Sie erscheinen.

Was das für Sie bedeutet: Solange Sie das nicht wissen, ist jede weitere Maßnahme geraten. Und Raten ist beim zweiten Anlauf teurer als beim ersten, weil Sie das Budget schon ausgegeben haben.

Wenn niemand kommt: vier Ursachen, die Sie heute prüfen können

Die Seite ist gar nicht bei Google. Geben Sie bei Google site:ihre-adresse.de ein, mit Doppelpunkt und ohne Leerzeichen. Was dort erscheint, ist alles, was Google von Ihnen kennt. Kommt nichts oder fast nichts, steht Ihre Seite womöglich noch auf „nicht indexieren“ — ein Schalter, den fast jede Baustellenversion gesetzt hat und den jemand nach dem Umzug wieder umlegen muss. Das wird vergessen, und zwar oft.

Die alten Adressen sind ins Leere gelaufen. Nach einem Relaunch heißen die Unterseiten meistens anders. Ohne Weiterleitungen verlieren Sie alles, was die alte Seite an Auffindbarkeit hatte — und wer einen gespeicherten Link anklickt, landet auf einer Fehlerseite.

Es gibt keine Seite zu dem, was gesucht wird. Viele neue Websites haben vier Unterseiten: Start, Leistungen, Über uns, Kontakt. Gesucht wird aber nach einzelnen Leistungen. Wenn „Badsanierung“ bei Ihnen nur ein Wort in einer Aufzählung ist, hat Google nichts, was es zu dieser Suche anzeigen könnte.

Das Google-Unternehmensprofil ist nicht gepflegt. Bei lokalen Suchen entscheidet oft das Profil und nicht die Website darüber, wer oben steht.

Was das für Sie bedeutet: Diese vier Punkte sind an einem Vormittag geprüft, und die ersten beiden sind meist an einem Tag behoben. Sie sind auch der Grund, warum ein Relaunch nicht fertig ist, wenn die Seite schön ist — sondern erst, wenn sie gefunden wird.

Wenn Leute kommen und trotzdem nicht fragen

Dann liegt es fast nie am Aussehen. Es liegt an vier Dingen, die eine schöne Seite genauso haben kann wie eine hässliche.

Die Seite sagt, was Sie machen, aber nicht, für wen und wo. Wer nach fünf Sekunden nicht erkennt, ob Sie für Privathaushalte oder für Betriebe arbeiten und ob Sie überhaupt in seine Straße fahren, liest nicht weiter.

Es steht nichts zum Preis. Niemand erwartet eine Preisliste. Aber eine Größenordnung — „Kleinreparaturen ab etwa 180 Euro“ — beantwortet die Frage, die jeden beschäftigt, und sortiert nebenbei die Anfragen aus, die Ihnen ohnehin nichts bringen.

Der Weg zur Anfrage ist zu lang. Ein Formular mit elf Feldern, von denen drei Angaben verlangen, die man erst nachschlagen muss, verliert genau die Leute, die es am weitesten geschafft haben.

Es gibt nur Adjektive, keine Belege. „Zuverlässig“ schreibt jeder. „Wir melden uns innerhalb eines Werktags“ schreibt nur, wer es auch tut. Das eine ist eine Behauptung, das andere ein Versprechen, an dem man Sie messen kann — und genau deshalb glaubt man es.

Was das für Sie bedeutet: Jeder dieser vier Punkte ist eine Textänderung, kein Projekt. Sie brauchen dafür keinen neuen Entwurf und keinen neuen Dienstleister. Wenn Ihre Seite Besuche hat und keine Anfragen, ist das die gute Nachricht in einer schlechten Lage.

Der Grund, den niemand gern hört

Es gibt einen dritten Fall, und er kommt häufiger vor, als es in Angeboten für Websites steht: Eine neue Website löst kein Nachfrageproblem. Sie macht vorhandene Nachfrage besser nutzbar.

Wer vorher kaum gesucht wurde, wird nach dem Relaunch nicht häufiger gesucht. Die Seite ist dann nicht schuld — sie war nur nie das Werkzeug für dieses Problem.

Was das für Sie bedeutet: Wenn die vier Prüfungen oben sauber sind und trotzdem nichts kommt, lautet die richtige Frage nicht mehr „Was ist an der Seite falsch“, sondern „Woher soll die Nachfrage überhaupt kommen“. Das ist unbequem, weil die Seite schon bezahlt ist. Es ist aber billiger, sich diese Frage jetzt zu stellen als nach dem nächsten Relaunch noch einmal.

Die Reihenfolge, in der ich vorgehen würde

Erstens: site:ihre-adresse.de bei Google eingeben. Zweitens: auf einem fremden Handy nach Ihren Leistungen samt Ort suchen. Drittens: das Google-Unternehmensprofil öffnen und Öffnungszeiten, Leistungen und Fotos prüfen. Viertens: jemanden, der Sie nicht kennt, eine Anfrage über Ihr Formular stellen lassen, während Sie danebensitzen und nicht helfen. Fünftens — und erst dann — über Texte reden.

Was das für Sie bedeutet: Die ersten vier Schritte kosten einen Vormittag und kein Geld. In den meisten Fällen, die ich sehe, liegt die Ursache in diesen vier Schritten, nicht dahinter. Und selbst wenn nicht: Danach wissen Sie, worüber Sie mit Ihrem Dienstleister reden — und das ändert das Gespräch.

Wenn Sie das nicht selbst auseinandersortieren wollen

Die fünf Schritte oben können Sie allein gehen. Schwierig wird es an der Stelle, an der Sie entscheiden müssen, welcher der gefundenen Punkte der wichtigste ist — denn das hängt davon ab, was Sie erreichen wollen, und nicht davon, was am auffälligsten ist.

Genau das schreibe ich im Marketing-Kompass auf: sechs Bereiche, jeder mit Punktwert und Begründung, verglichen mit drei Betrieben, die bei denselben Suchen auftauchen wie Sie — und dazu eine Seite mit dem, was Sie sich sparen können. Sie bekommen damit keine Liste aller Möglichkeiten, sondern eine Reihenfolge. 18 Seiten, 299 Euro, und daraus muss kein Projekt werden. Den vollständigen Musterbericht können Sie vorher ansehen, ohne Ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen.

Marketing Trebbin