Ratgeber

Google-Unternehmensprofil richtig einrichten (Handwerk & Gastro)

Wer in Ihrer Nähe nach Ihrer Leistung sucht, sieht zuerst die kleine Box mit Karte, Sternen und Öffnungszeiten — noch vor Ihrer eigentlichen Website. Diese Box ist Ihr Google-Unternehmensprofil. Für viele lokale Betriebe ist sie der wichtigste Auftritt überhaupt — und die meisten schöpfen sie nicht aus.

1. Profil beanspruchen und verifizieren

Der erste Schritt: prüfen, ob es Ihr Profil schon gibt — oft hat Google es automatisch angelegt —, es beanspruchen und verifizieren. Erst dann können Sie die Informationen selbst pflegen. Ohne diesen Schritt zeigt Google, was es irgendwo findet, nicht das, was Sie zeigen möchten.

Was das für Sie bedeutet: Solange das Profil nicht Ihnen gehört, können andere daran mitschreiben — Google übernimmt Änderungsvorschläge von Nutzern. Falsche Öffnungszeiten, eine alte Adresse oder ein fremdes Foto stehen dann in Ihrem Namen da, und Sie erfahren es erst, wenn jemand vor verschlossener Tür steht. Das Profil zu beanspruchen ist deshalb kein Marketingschritt, sondern Hausrecht.

2. Die richtige Kategorie wählen

Ihre Hauptkategorie entscheidet mit, für welche Suchen Sie überhaupt auftauchen. Wählen Sie sie so genau wie möglich — „Elektriker“ statt nur „Handwerker“, „Restaurant“ plus die Küche. Passende Nebenkategorien runden das Bild ab.

Was das für Sie bedeutet: Die Hauptkategorie ist die folgenreichste Einstellung im ganzen Profil — und sie ist in zwei Minuten geändert. Wenn Sie nur an einer Stelle nachsehen wollen, sehen Sie hier nach. Ein Elektrobetrieb, der als „Handwerker“ eingetragen ist, taucht bei „Elektriker in der Nähe“ schlechter auf. Nicht weil er schlechter wäre, sondern weil er sich falsch angemeldet hat.

3. Alle Infos vollständig und einheitlich

Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten — überall exakt gleich schreiben, auch auf Ihrer Website und in Verzeichnissen. Widersprüche verwirren Google und Ihre Kundschaft.

Was das für Sie bedeutet: Google gleicht Ihre Angaben mit allem ab, was es sonst über Sie findet. Je einheitlicher das ist, desto sicherer ist sich Google, dass es Sie richtig einsortiert — und desto eher zeigt es Sie an. Der Aufwand dafür ist eine halbe Stunde: Schreiben Sie Name, Adresse und Telefonnummer einmal so auf, wie sie überall stehen sollen, und gleichen Sie alles andere daran an.

4. Echte Fotos statt Stockbilder

Profile mit Fotos wirken lebendiger und bekommen mehr Klicks. Zeigen Sie den Betrieb, das Team, die Arbeit — echt, nicht gestellt. Kein Stockfoto ersetzt den Eindruck, wie es bei Ihnen wirklich aussieht.

Was das für Sie bedeutet: Ein gekauftes Bild erkennt fast jeder, und es sagt etwas aus, das Sie nicht sagen wollen — dass sich niemand die Mühe gemacht hat. Drei Handyfotos aus Ihrer echten Werkstatt wirken besser als zwanzig gekaufte. Und wenn Sie gar keine hochladen, lädt irgendwann jemand anderes eines hoch. Dann ist dieser Schnappschuss Ihr Titelbild.

5. Bewertungen sammeln — und beantworten

Bewertungen sind für die lokale Sichtbarkeit einer der stärksten Faktoren. Bitten Sie zufriedene Kundschaft aktiv darum — und antworten Sie auf jede Bewertung, freundlich, auch auf kritische. Das zeigt, dass hinter dem Betrieb ein Mensch steht, der sich kümmert.

Was das für Sie bedeutet: Das ist der einzige Punkt dieser Liste, den Sie nicht in einer Sitzung abhaken können — er braucht einen Ablauf statt eines Nachmittags. Fangen Sie deshalb parallel damit an, auch wenn die Wirkung später einsetzt als bei den übrigen Punkten. Wie Sie stetig welche bekommen und was Sie auf eine schlechte antworten, steht in Google-Bewertungen bekommen.

6. Regelmäßig ein Lebenszeichen

Kurze Beiträge, aktuelle Angebote, neue Fotos — Google mag aktive Profile, und Ihre Kundschaft sieht, dass der Laden lebt. Es muss nicht viel sein, aber regelmäßig.

Was das für Sie bedeutet: Hier zählt nicht die Menge, sondern das Datum. Ein Profil, dessen letzter Beitrag zwei Jahre alt ist, wirkt wie ein Schaufenster mit verblasster Auslage — wer davorsteht, fragt sich, ob es den Betrieb überhaupt noch gibt. Ein Beitrag im Quartal reicht völlig, solange er tatsächlich jedes Quartal kommt.

Der häufigste Fehler

Das Profil einmal einrichten und dann vergessen. Ein Google-Profil ist kein Eintrag, den man abhakt, sondern ein kleiner, dauerhafter Auftritt.

Was das für Sie bedeutet: Tragen Sie sich einen festen Termin ein — zweimal im Jahr, eine halbe Stunde. Öffnungszeiten prüfen, Feiertage eintragen, ein neues Foto hochladen, offene Bewertungen beantworten. Das ist der ganze Pflegeaufwand. Ohne diesen Termin passiert es nicht, und zwar nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil nichts daran drängt.

Und wie steht Ihr Profil im Vergleich da?

Ein gepflegtes Profil ist die eine Hälfte. Die andere ist die Frage, was drei Betriebe besser machen, die bei denselben Suchen auftauchen wie Sie. Genau das sieht sich der Marketing-Kompass für Ihren Betrieb an — schriftlich, mit Bewertung und der Angabe, was zuerst dran ist.

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