Ratgeber

Website mit KI bauen: was gut funktioniert und was Anfragen kostet

Ich benutze KI jeden Tag. Diesen Satz stelle ich voran, weil alles Weitere sonst nach Besitzstandswahrung klingt: Ein Marketingberater, der vor günstigen KI-Websites warnt, hat ein offensichtliches Interesse daran, dass Sie keine bauen.

Deshalb sage ich zuerst, was damit tatsächlich gut geht. Und danach die drei Stellen, an denen es Sie Anfragen kostet — nicht weil das Werkzeug schlecht wäre, sondern weil es etwas nicht wissen kann.

Was tatsächlich gut funktioniert

Eine erste Fassung schreiben, wenn Sie vor einer leeren Seite sitzen. Eine Gliederung vorschlagen. Einen Satz, den Sie im Kopf haben, in drei Varianten ausformulieren, damit Sie merken, welche Ihnen gefällt. Fachsprache in Kundensprache übersetzen — aus „Wir realisieren Ihr Projekt gewerkeübergreifend“ wird „Sie reden mit einem Menschen statt mit vier“.

Dazu die ganze Fleißarbeit, die sonst liegen bleibt: Bildbeschreibungen, Alternativtexte, die Kurzbeschreibungen, die bei Google unter dem Titel stehen.

Was das für Sie bedeutet: Wenn Sie den Anfang teuer finden, ist das Werkzeug richtig. Der Anfang ist wirklich das Teure — nicht die Rechtschreibung, sondern der erste Satz. Den kann Ihnen eine KI abnehmen, und das spart echte Stunden.

Und was sie über Ihren Betrieb nicht wissen kann

Eine KI schreibt eine Website über einen Handwerksbetrieb. Sie kann keine über Ihren schreiben.

Alles, was Sie von den anderen unterscheidet, stand nie in der Anfrage: dass Sie kommen, wenn Sie es zusagen. Dass Sie Ihre Stammkundschaft im Notfall auch samstags reinnehmen. Dass jemand bei Ihnen Polnisch spricht und deshalb das halbe Neubaugebiet bei Ihnen anruft. Dass Sie eine bestimmte Sorte Auftrag nicht annehmen, weil Sie sie nicht gut genug können.

Genau diese Dinge sind es, wegen derer Sie gewählt werden. Und genau sie fehlen, wenn niemand sie hineinschreibt.

1 · Der Text ist gut — und austauschbar

Das ist der Fehler, den man am schwersten sieht, weil nichts falsch ist. Die Sätze sind richtig, flüssig und freundlich. Sie sagen nur nichts.

Es gibt einen Test dafür, der zwei Minuten dauert. Lesen Sie Ihre Seite „Über uns“ und streichen Sie gedanklich Ihren Firmennamen heraus. Setzen Sie stattdessen den Namen des Betriebs ein, der Ihnen am nächsten kommt. Stimmt der Text danach immer noch, dann steht dort nichts, was nur Sie sagen könnten.

Was das für Sie bedeutet: In dem Moment, in dem jemand Ihre Seite liest, sind zwei andere daneben offen. Wenn alle drei dasselbe sagen, entscheidet er nach dem, was übrig bleibt — nach Preis und nach Entfernung. Auf diesen beiden Feldern wollen Sie nicht verglichen werden, denn dort gewinnt immer jemand anders.

2 · Erfundene Angaben über Ihren eigenen Betrieb

Eine KI füllt Lücken. Sie tut das plausibel und ohne Warnung. So entstehen Sätze wie „seit über 20 Jahren in der Region“, „mehr als 500 zufriedene Kunden“, „zertifiziert nach den gängigen Standards“ — und Öffnungszeiten, die niemand geprüft hat.

Gehen Sie deshalb jede Zahl einzeln durch: Jahresangaben, Kundenzahlen, Zertifikate, Mitgliedschaften, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet.

Was das für Sie bedeutet, ist zweierlei. Erstens fällt so etwas ausgerechnet den Leuten auf, die Sie kennen — und die erzählen es weiter. Zweitens ist eine Werbeaussage, die nicht stimmt, nicht bloß peinlich: Falsche Angaben über das eigene Angebot sind wettbewerbsrechtlich angreifbar, und angreifen darf Sie jeder andere Betrieb. Eine erfundene Zahl auf der eigenen Website ist damit die teuerste Art, sich größer zu machen.

3 · Impressum und Datenschutzerklärung

Diese beiden Seiten liest fast niemand. Außer den Leuten, die gezielt nach Fehlern suchen — und das ist ein Gewerbe.

Lassen Sie diese Texte nicht schreiben, sondern erzeugen: von einem Generator, der bei Gesetzesänderungen nachzieht und den Sie einmal im Jahr neu durchlaufen. Das kostet Sie eine halbe Stunde und ist die langweiligste halbe Stunde des Projekts.

Was das für Sie bedeutet: Es ist die einzige Stelle Ihrer Website, an der ein Fehler direkt Geld kostet, ohne dass überhaupt jemand aus Ihrer Kundschaft beteiligt ist. Überall sonst verlieren Sie eine Anfrage. Hier verlieren Sie einen Betrag.

Neu seit August 2026: die Frage nach der Kennzeichnung

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzregeln des EU AI Act. Ob ein gewöhnlicher Werbetext auf Ihrer Website als KI-erzeugt gekennzeichnet werden muss, beantworten Juristen derzeit unterschiedlich. An einer Stelle sind sich die Quellen einig: Es kommt darauf an, ob ein Mensch den Text geprüft hat. Durchgesetzt wird so etwas in Deutschland selten von Behörden, sondern per Abmahnung durch Mitbewerber.

Was das für Sie bedeutet: Wer seine Seite vollautomatisch erzeugen lässt, steht auf der unsicheren Seite dieser Debatte und hat im Ernstfall nichts vorzuweisen. Wer sagen kann, wer den Text vor der Veröffentlichung gelesen hat, steht auf der sicheren. Der Unterschied zwischen beidem ist, dass jemand die Seite einmal von oben bis unten liest, bevor sie online geht.

Das ist kein Rechtsrat — ich bin kein Anwalt. Bei Zweifeln fragen Sie einen.

Was Google wirklich abstraft

Hier hält sich ein Irrtum hartnäckig, und er hindert Leute daran, ein nützliches Werkzeug zu benutzen: Google straft einen Text nicht dafür ab, dass eine KI ihn geschrieben hat. Abgestraft werden massenhaft erzeugte Seiten, deren einziger Zweck das Ranking ist — zuletzt mit dem Spam-Update im August 2026.

Was das für Sie bedeutet, ist wieder zweierlei. Erstens: Sie müssen nicht verstecken, womit Ihre Texte entstanden sind. Eine Website mit acht ordentlichen Unterseiten fällt in diese Kategorie gar nicht hinein, egal wie sie geschrieben wurde.

Zweitens, und das ist der wichtigere Teil: Wachsam werden Sie, wenn Ihnen jemand vierzig Ortsseiten verkaufen will. „Klempner Trebbin“, „Klempner Ludwigsfelde“, „Klempner Zossen“, derselbe Text mit ausgetauschtem Ortsnamen. Das ist genau das, was Google meint — und es wird kleinen Betrieben regelmäßig als Paket angeboten, oft mit einer Monatspauschale.

Wie ich es an Ihrer Stelle machen würde

Nicht „von Hand statt mit KI“. Sondern in drei Schritten, von denen nur einer Ihre Zeit kostet.

Die KI schreibt den Entwurf. Sie liefern das, was nur Sie wissen. Und jemand liest am Ende alles einmal von oben bis unten, bevor es online geht.

Für den mittleren Schritt reichen drei Dinge, die Sie ohne Vorbereitung beantworten können. Erstens: Was hat jemand zuletzt über Sie gesagt, wörtlich? Zweitens: Welche Situation nehmen Sie an, die andere ablehnen — oder umgekehrt? Drittens: Was machen Sie ausdrücklich nicht?

Was das für Sie bedeutet: Das ist kein Mehraufwand gegenüber dem vollautomatischen Weg, sondern ein Nachmittag. Genau dieser Nachmittag entscheidet aber darüber, ob Ihre Seite austauschbar ist. Und austauschbar ist das Einzige, was sie nicht sein darf.

Ob Ihre Seite austauschbar ist, sehen Sie selbst am schlechtesten

Der Namenstest weiter oben funktioniert — aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Sie wissen, was Ihren Betrieb ausmacht, und lesen es deshalb mit, auch wenn es nicht dasteht.

Genau das ist die Arbeit, die ich im Marketing-Kompass mache: Ich sehe mir Ihren Auftritt an, wie jemand ihn sieht, der Sie noch nicht kennt, und vergleiche ihn mit drei Betrieben, die bei denselben Suchen auftauchen wie Sie. Sie bekommen schriftlich, was Sie von den dreien unterscheidet und was nicht. 18 Seiten, 299 Euro, und daraus muss kein Projekt werden. Den vollständigen Musterbericht können Sie vorher ansehen, ohne Ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen.

Marketing Trebbin