Ratgeber

Online-Auftritt selbst prüfen: fünf Fragen, die Sie heute beantworten können

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Online-Auftritt seine Arbeit macht, gibt es einen einfachen Weg: Sie sehen ihn sich so an, wie jemand es tut, der Sie nicht kennt. Das klingt banal und ist trotzdem schwer. Sie kennen jeden Ablauf, jeden Preis, jede Ausnahme in Ihrem Betrieb — und dieses Wissen können Sie beim Draufschauen nicht abschalten.

Die folgenden fünf Fragen umgehen das Problem. Sie brauchen dafür keine Werkzeuge, keine Zugangsdaten und keine Vorkenntnisse. Nur ein Handy, das nicht Ihres ist, und etwa eine halbe Stunde. Wenn Sie jemanden dazuholen können, der Ihren Betrieb nicht kennt, umso besser.

Warum ein fremdes Handy

Ihr eigenes Gerät kennt Sie. Google zeigt Ihnen Ergebnisse, die zu Ihren bisherigen Suchen passen, Ihr Browser hat Ihre eigene Website längst gespeichert, und in Ihrem Google-Konto sind Sie angemeldet. Auf Ihrem Handy sieht alles besser aus, als es für jemanden aussieht, der Sie nicht kennt — das ist kein Zufall, sondern der Zweck dieser Technik.

Ein privates Fenster hilft ein wenig. Ein fremdes Gerät ist besser. Das Handy Ihrer Tochter, Ihres Nachbarn oder eines Mitarbeiters, der nicht im Marketing steckt, reicht völlig.

1 · Was steht oben, wenn jemand Ihren Namen sucht?

Geben Sie Ihren Betriebsnamen bei Google ein. Nicht Ihre Internetadresse — den Namen, so wie jemand ihn schreiben würde, der Sie sucht, gern auch mit einem Tippfehler.

Achten Sie auf drei Dinge: Erscheint Ihr Unternehmensprofil rechts oder ganz oben? Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer und Adresse? Und ist das Vorschaubild eines, das Sie selbst ausgewählt haben — oder ein Schnappschuss, den irgendwann jemand hochgeladen hat?

Was das bedeutet: Die meisten Menschen, die Sie schon kennen, suchen genau so. Wer Ihren Namen empfohlen bekommen hat, landet genau hier. Steht dort eine alte Nummer oder eine falsche Öffnungszeit, verlieren Sie ihn, bevor er Sie erreicht hat — und Sie erfahren es nie.

2 · Wie lange dauert es, bis jemand versteht, was Sie anbieten?

Öffnen Sie Ihre Startseite auf dem Handy und stoppen Sie die Zeit. Nicht bei sich selbst — bei jemandem, der Sie nicht kennt. Fragen Sie danach: Was macht dieser Betrieb, für wen, und wo?

Der Maßstab ist nicht streng: Wer nach fünf Sekunden weiß, worum es geht, hat eine gute Seite vor sich. Wer scrollen muss, um es herauszufinden, hat eine verbesserungswürdige. Wer es nach dreißig Sekunden immer noch rät, hat ein Problem.

Was das bedeutet: Niemand liest eine fremde Website. Man überfliegt sie und entscheidet in wenigen Sekunden, ob es sich lohnt, weiterzulesen. Diese Entscheidung fällt fast immer auf dem ersten Bildschirm, ohne Scrollen, auf einem Handy. Alles, was Sie darunter geschrieben haben, wird erst gelesen, wenn dieser erste Bildschirm überzeugt hat.

3 · Wann wurde Ihre letzte Bewertung geschrieben?

Schauen Sie nicht auf den Durchschnitt, sondern auf das Datum der neuesten Bewertung. Und darauf, ob jemand geantwortet hat — besonders bei der kritischen.

Was das bedeutet: Ein Durchschnitt von 4,8 aus zwölf Bewertungen, deren jüngste zwei Jahre alt ist, wirkt nicht gut, sondern still. Wer heute sucht, liest das als „läuft da noch was?“. Eine 4,6 mit einer Bewertung aus der letzten Woche schlägt die 4,8 aus dem Jahr davor deutlich.

Und die Antwort auf eine schlechte Bewertung wird von mehr Menschen gelesen als die Bewertung selbst. Sie ist keine Schadensbegrenzung, sondern eine Arbeitsprobe: Wer hier sachlich bleibt, zeigt, wie er mit einem Problem umgeht.

4 · Ist erkennbar, welche Nummer die richtige ist?

Die meisten Betriebe haben mehr als einen Kontaktweg: Festnetz, Mobil, eine Nummer fürs Büro, eine für den Notfall, dazu ein Formular und eine E-Mail-Adresse. Sehen Sie sich an, wie das auf Ihrer Seite steht — und fragen Sie jemanden, welche Nummer er für ein Angebot wählen würde.

Was das bedeutet: Unbeschriftete Kontaktwege sind keine Auswahl, sondern eine Hürde. Wer nicht weiß, welche Nummer die richtige ist, ruft im Zweifel gar nicht an — oder landet bei jemandem, der nicht zuständig ist, und das kostet Sie zweimal Zeit. Eine kurze Beschriftung („Angebote und Termine“, „montags bis freitags 8 bis 16 Uhr“) löst das an einem Nachmittag.

5 · Was passiert, wenn jemand eine Anfrage schickt?

Das ist die aufschlussreichste der fünf Fragen und die unangenehmste. Bitten Sie jemanden, der Ihren Betrieb nicht kennt, eine echte Anfrage über Ihre Seite zu stellen. Setzen Sie sich daneben und sehen Sie zu, ohne zu helfen.

Achten Sie darauf, wo er zögert. Welche Felder er nicht versteht. Ob er nach dem Absenden weiß, dass es geklappt hat. Und ob irgendwo steht, wann er mit einer Antwort rechnen kann.

Was das bedeutet: Der Weg zur Anfrage ist die einzige Stelle Ihres Auftritts, an der aus einem Besuch ein Auftrag wird. Alles davor dient nur dazu, jemanden bis hierher zu bringen. Ein Formular, das nach Angaben fragt, die man erst nachschlagen muss, verliert genau die Leute, die es weit geschafft haben. Und eine Bestätigung ohne Zeitangabe lässt jemanden im Unklaren, der gerade Vertrauen gefasst hat.

Was Sie mit dem Ergebnis anfangen

Wenn Sie auf alle fünf Fragen eine klare Antwort haben, ist Ihr Auftritt in Ordnung, und Sie können sich anderen Dingen widmen. Das kommt häufiger vor, als Sie denken — und es ist ein gutes Ergebnis, kein enttäuschendes.

Kommen Sie bei zwei oder drei Fragen ins Stocken, fangen Sie nicht überall gleichzeitig an. Nehmen Sie die Frage, bei der Sie am längsten gezögert haben, und lösen Sie nur diese. Die meisten dieser Punkte sind an einem Nachmittag erledigt: eine Öffnungszeit korrigieren, eine Nummer beschriften, eine Bewertung beantworten. Sie brauchen dafür keine Beratung.

Der Unterschied zwischen einem Betrieb, bei dem online etwas hakt, und einem, bei dem es läuft, ist selten ein großes Projekt. Er besteht meistens aus fünf bis zehn kleinen Dingen, die niemand gemacht hat, weil sie niemandem aufgefallen sind.

Wenn Sie es lieber schriftlich und vollständig hätten

Diese fünf Fragen sind ein Schnelltest. Jede gehört zu einem der sechs Bereiche, die ich im Marketing-Kompass vollständig bewerte — dort mit Punktwert, Begründung und einem Vergleich mit drei Betrieben, die bei denselben Suchen auftauchen wie Sie.

Der Unterschied ist nicht die Gründlichkeit allein. Ein Selbsttest sagt Ihnen, wo es hakt. Der Bericht sagt Ihnen zusätzlich, welcher dieser Punkte für Ihr Ziel am schwersten wiegt und welche Sie sich sparen können. 18 Seiten, 299 Euro, ohne dass daraus ein Projekt werden muss. Den vollständigen Musterbericht können Sie vorher ansehen, ohne Ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen.

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